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Äpfel sind die unangefochtene Nummer eins in deutschen Obstschalen: Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von nahezu 20 Kilogramm ist der Apfel das beliebteste Obst der Bundesbürger. Foto: BVEO Apfel gegen Birne: Wer gewinnt? Wird vom Apfel- oder Birnentyp gesprochen, ist meist die typische Figur übergewichtiger Herren beziehungsweise Damen gemeint. Doch unabhängig davon gibt es davon noch eine andere Art: Nämlich derjenigen, die sich gesund ernähren, bei der Wahl ihrer Lebensmittel Wert auf heimischen Anbau legen und klare Präferenzen haben. Sowohl Birne als auch Apfel gehören zur Familie der Rosengewächse und sind weitgereist, bevor sie in ihrer heutigen Form nach Mitteleuropa gelangten und in Deutschland heimisch wurden. Beide Sorten haben ihren Ursprung in Asien: Die ursprüngliche Heimat der Birne liegt im Kaukasus und Anatolien, der heutige Tafelapfel geht vermutlich auf den Asiatischen Wildapfel mit Einkreuzungen des Kaukasusapfels zurück. In Vorderasien wurden beide Sorten wahrscheinlich erstmals kultiviert und gelangten früh nach Europa, wo sich die Römer und später auch Klöster mit ihrer Veredelung beschäftigten. Heute sind etwa zwanzig Apfelsorten wirtschaftlich von Bedeutung; die beliebtesten sind Elstar, Jonagold, Jonagored, Braeburn und Gala. Bei der Birne hingegen sind es zirka zehn Varietäten. Die Hauptsorten sind Alexander Lucas, Conférence, Williams Christ, Charneux und Clapps Liebling. Apfel- oder Birnentyp? Machen Sie hier den Test: Sind Sie spontan und ungeduldig, oder doch eher geduldig und genießen die Vorfreude? Wenn erstere Ihre Antwort ist, dann sind Sie wohl eher der Apfeltyp und das runde Obst aus heimischem Anbau genau das Richtige für Sie. Denn mit Frühsorten wie Delbarestivale, Jamba und Roter Gravensteiner beginnt die Apfelsaison bereits Anfang August und zieht sich dank ausgefeilter Lagermöglichkeiten bis in den Frühsommer des nächsten Jahres hinein. Sind Sie jedoch eher der geduldige Typ, sollten Sie lieber zur Birne greifen: Denn die Saison startet erst im September und geht bis etwa März. Zudem erreichen Birnen ihre Genussreife nicht am Baum, sondern reifen in speziellen Lägern nach. Bei Äpfeln gibt es in dieser Hinsicht einige Ausnahmen. Bei den sogenannten Frühsorten fallen Pflück- und Genussreife zusammen. Sie können quasi direkt vom Baum genossen werden. Sowohl Äpfel als auch Birnen produzieren übrigens das Reifungsgas Ethylen – und verhelfen damit nicht nur anderen Früchten zu schnellerer Reife, sondern Blumen sogar zum Blühen! Auch wenn Sie es gerne süß mögen, ist die Birne das ideale Obst. Zwar haben sie nicht wirklich einen höheren Zuckergehalt als Äpfel, doch da sie weniger Fruchtsäure haben, entsteht häufig dieser Eindruck. Das macht sie auch für Menschen mit empfindlichem Magen bekömmlich. Sie enthalten etwa 0,29 Gramm Fruchtsäure pro 100 Gramm Fruchtfleisch, bei Äpfeln sind es etwa 0,65 Gramm. Doch auch unter den knackigen Paradiesfrüchten gibt es süße Sorten, wie beispielsweise Fuji oder Kiku. Idared, Pinova und Shampion sind besonders säurearm und schonen gereizte Mägen. Stehen Sie auf Abwechslung? Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden. Denn ob frisch aus der Hand oder zu pikanten Speisen, als Kompott oder Kuchenbelag – beim Kücheneinsatz zeigen sowohl Äpfel als auch Birnen ihre Vielseitigkeit. Besonders beliebt bei Apfel- sowie Birnenfans ist die Schlafrock-Variante, bei der die Frucht in einen Mantel aus Blätterteig gehüllt wird. Einen Pluspunkt sammelt die Birne in Kombination mit Käse, insbesondere Gorgonzola. Auch Birne Helene ist ein absoluter Klassiker unter den Birnengerichten. Der Apfel hingegen ist als Füllung in der Gans oder beim Rotkraut einfach unersetzlich! Beim puren Genuss sollten sowohl die Apfel- als auch die Birnentypen die Schale mit verzehren, denn hier steckt der Großteil der wertvollen Ballaststoffe. Also: Apfel oder Birne? Am Ende des Tages muss das wohl jeder selbst entscheiden. Fest steht: Beide Früchten punkten mit ihrer heimischen Herkunft. Denn aus heimischem Anbau, besser noch frisch gepflückt vom eigenen Baum, schmeckt das Obst nun mal am besten – egal ob pur, gekocht oder gebacken.


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