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Lokales Handeln verändert globale Lage „Ich rede zum Einstieg immer gern übers Wetter. Und bleibe dann dabei“. Der bekannte „Wetterfrosch“ Sven Plöger sprach im Mühlenkreis jetzt vor „ausverkauftem Haus“. Minden-Lübbecke. So voll wie an diesem Abend hat man die Wandelhalle im Bad Oeynhausener Kurpark selten gesehen. Der historische Saal ist bis auf den letzten Sitz- und Stehplatz gefüllt. Die Besucher sind gekommen, um sich Diplom-Meteorologe Sven Plöger anzuhören. Der Hitzesommer ist auch sein Einstiegspunkt in das Thema „Klimawandel - gute Aussichten für morgen?“ Nach einem kalten März sei ab April schon durchgängig Sommer gewesen, alle Pflanzen hätten gleichzeitig geblüht. Viel schlimmer als die Temperaturen sei jedoch die extreme Trokkenheit gewesen. Bis August seien 92 Prozent weniger Niederschläge als im langjährigen Mittel gefallen und die Böden seien bis 70 oder 80 Zentimeter Tiefe trocken. Nach der frühen Ernte führe das nun zu Problemen bei der Aussaat. Seit dem Ende der 80er-Jahre sei der Trend zu höheren Temperaturen festzustellen. Daran hätten die Menschen einen großen Anteil. Die wachsende Bevölkerung und die steigenden Temperaturen würden uns laut Sven Plöger schon bald zum Handeln zwingen. Der TV-Metereologe: „Die Frage ist nur: Wollen wir warten, bis wir nur noch reagieren können, oder jetzt tätig werden, um die notwendigen Veränderungen so fair wie möglich zu gestalten?“ Der zweite Weg, so Plöger, wird schwer werden. Zwar habe der Hitzesommer noch einmal bewusst gemacht, wie dringend gehandelt werden muss, aber es sei sehr langwierig und kompliziert, auf internationaler Ebene zu Vereinbarungen zu kommen. Die Grundfrage des Abends: „Ist das noch Wetter oder schon Klima?“ beantwortete der Meteorologe mit einem kleinen Exkurs. Wetter sei direkt fühlbar. Dagegen betrachte man beim Klima deutlich längere Zeiträume. Hier gehe es beispielsweise um die Frage, ob es früher wirklich mehr Schnee gab oder ob uns die Erinnerung einen Streich spielt. Die Antwort lautet: Ja, früher gab es tatsächlich mehr Schnee. Aber auch die Erkenntnis, dass Starkregenereignisse häufiger werden, beschäftigt die Klimaforscher. Sie betrachten die Gesamtheit der Wetterereignisse über einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren, um Veränderungen feststellen zu können. Das sei nicht fühlbar, sondern Statistik. Drastische Klimaveränderungen habe es in der Geschichte der Erde schon häufiger gegeben. Zur Zeit der Dinosaurier gab es nirgendwo auf dem Planeten Eis. Aber nie habe sich das Klima so schnell verändert. In den nächsten 100 Jahren könne, wenn man nichts unternimmt, mit einer Erwärmung von 2 bis 4 Grad gerechnet werden. Bei einem Anstieg der Meeresspiegel von nur einem Meter würden 150 Millionen Menschen eine neue Heimat brauchen. Vor allem der Rückgang des arktischen Eises mache dabei Sorgen. Je mehr dieses zurückgehe, desto weniger Sonnenlicht werde reflektiert. Schon jetzt zeige sich in den kalten Regionen ein schnellerer Temperaturanstieg als in anderen Klimazonen. Die immer geringeren Temperaturunterschiede zwischen Nord und Süd beeinflussen auch den Jet Stream. Wird der schwächer, kommt es zu mehr extremen Wetterlagen, die auch länger an einem Punkt bleiben. Die andauernden Unwetter in Norditalien seien ein Beispiel dafür, aber auch der heiße, trockene Sommer in Deutschland. Was also tun? Heute werden 80 Prozent der Energie mit fossilen Mitteln erzeugt, obwohl die Sonne 6000-mal mehr Energie auf die Erde abstrahlt, als wir brauchen. Durch erneuerbare Kombikraftwerke sei es möglich, auch bei steigendem Verbrauch die Emissionen zu senken. Auch Windkraft sollte dabei zum Einsatz kommen. Auf den Einwand, Windräder würden die Landschaft verschandeln, reagiert Plöger mit einem Hinweis auf Sven Plöger: Klimawandel plausibel erklärt die Strommasten, die auch überall zu sehen sind, aber niemanden stören. Auch neue Lösungen in der Mobilität sollten überdacht werden. Er wolle keine Neiddebatte starten, aber man müsse sich schon fragen, ob man, um 85 Kilogramm Mensch zu bewegen, unbedingt zwei Tonnen Blech mitnehmen müsse. Dass der Einzelne ohnmächtig sei, erklärt Sven Plöger zum Schluss, sei ein Denkfehler. Jeder und jede Einzelne könne einen Beitrag leisten und mit lokalem Handeln die globale Lage verändern. Schatz entdecken Minden. Der Domschatz Minden bietet am kommenden Sonntag, 18. November, eine öffentliche Führung an. Dann heißt es: Christliche Kunstschätze aus elf Jahrhunderten entdecken. Die Führung beginnt um 15 Uhr. Domschatzwächter Rainer Spikkenbom stellt den Besucherinnen und Besuchern die Exponate von europäischem Rang am Kleinen Domhof 24 vor. Darunter das berühmte Mindener Kreuz aus dem frühen 12. Jahrhundert und der Gießlöwe, den Heinrich der Löwe 1168 als Geschenk aus Anlass seiner Hochzeit mit Mathilde von England mit nach Minden brachte. Der Eintritt bei dieser öffentlichen Führung beträgt 4 Euro. Um Anmeldung wird unter Telefon (05 71) 83 76 41 19 oder per E-Mail an besucherservice@domschatz-minden. de gebeten. Seien Sie weise wie die Eulen: werden Sie nachtaktiv. Werden Sie als neue Kollegin/neuer Kollege Teil unseres Zustellteams. Aktuell suchen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Zustelllogistik Sie sichern die Zustellung in mehreren Bezirken, die Sie teils als Stammbezirke betreuen, teils kurzfristig in Vertretung anderer Zusteller übernehmen. Sie arbeiten in Vollzeit täglich ab 2.00 bis ca. 10.00 Uhr! 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