Page 18

20181124.WI-MI

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt... Der Adventskranz hat wieder Saison: Erfunden im 19. Jahrhundert, sieht man ihn heute auch gerne in einer reduzierten, edel-floralen Interpretation. Am 2. Dezember ist der erste Advent und in vielen Zimmern leuchten dann die Kerzen auf. Genauer gesagt: eine von vieren, denn der Adventskranz gehört zur klassischen Weihnachtsdekoration einfach dazu. Aber wo kommt diese Tradition eigentlich her? Die Erklärung weist zurück ins 19. Jahrhundert. Damals fragten Waisenkinder den Theologen und Lehrer Johann Hinrich Wichern immer wieder, wann denn endlich Weihnachten sei. Um die Ungeduld zu zügeln und Vorfreude zu wecken, ordnete er 1839 im Betsaal auf einem Wagenrad Kerzen für jeden Tag bis Weihnachten an, davon vier größere für die Adventssonntage – und der Adventskranz war geboren! Nach und nach verbreitete sich der Brauch in anderen evangelischen und später auch katholischen Kirchen. Im eigenen Wohnzimmer fielen im Laufe der Zeit die kleineren Lichter für jeden Tag weg. Schon aus Platzgründen: Ein bis zwei Meter Durchmesser würde so ein Kranz allein für die Kerzen brauchen. Geschmückt wird der Kranz seit circa 1860 auch mit Tannengrün. Kugeln, Schleifen und andere Dekoration kamen hinzu. Als moderne Interpretation empfehlen die Profi-Floristen der Initiative „Blumen – 1000 gute Gründe“ in diesem Jahr eine selbstgemachte Variante aus Steckschaum mit zarten Blüten: In edlem Grau und Weiß wirkt er besonders frisch und filigran. Da kommt festliche Vorfreude auf! Zum Abschluss ein wichtiger Hinweis für die Weihnachtszeit: Ob Adventskranz oder Christbaum, Kerzen in der Nähe von Grün sollte man niemals unbeaufsichtigt brennen lassen. Ein Eimer Wasser hat da schon manches Fest gerettet. In diesem Jahr verzaubert der Adventskranz die Vorweihnachtszeit mit zarten Blüten und edlem Grau. Fotos: Blumen- 1000 gute Gründe Do-it-yourself: Floraler Adventskranz Das braucht man: Vier lange Kerzen, rundes Stück Steckschaum (mit Wasser vollgesogen und abgetropft), grüne Zweige, z.B. Tanne, Ginster oder getrokknete Blätter, Kordel oder Schnur, Drahtbügel, Messer und Gartenschere, frische Blüten z.B. Christrosen, Rosen oder Disteln Und so geht’s: Rings um den Steckschaum mit Drahtbügeln kleine Büschel von Grün feststecken. Nach oben sollten einige Zentimeter überstehen. Grün unten auf die richtige Länge am Steckschaum entlang schneiden. Kordel mit einem Drahtbügel am Steckschaum befestigen und dekorativ um das Grün wickeln. Dabei kann man auch sichtbare Bügel oder Lücken verdecken. Drei feste Drahtstücke von unten in die Kerzen stecken und auf die Höhe des Steckschaums kürzen. Kerzen gleichmäßig im Kreis in den Schaum stecken. Frische Blüten auf die richtige Länge schneiden und von störenden Blättern befreien. Blüten im Steckschaum verteilen. Dabei aufpassen, dass sie nicht knicken: Bei zarten Stielen sollte man Löcher zum Beispiel mit Draht vorbohren. Nun kann man den floralen Adventskranz auf einem Tablett oder Teller anrichten und nach Geschmack mit Dekosplitt oder Ähnlichem dekorieren. Zwischendurch immer wieder gießen und Verblühtes bei Bedarf auszupfen und ersetzen. Mit grünen Zweigen und frischen Blumen wird im Handumdrehen ein dekorativer Adventskranz.


20181124.WI-MI
To see the actual publication please follow the link above