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Ein Aufeinandertreffen der Kulturen Wenn ein Moslem, der seine Herkunft verachtet, ein Jude, der „Political Correctness” über alles stellt, eine Afroamerikanerin im Karriere-Rausch und eine weiße Christin, die der Kunst des Islams verfallen ist, sich zum Essen treffen, dann sind Konflikte vorprogrammiert. Das Theaterstück „Geächtet” thematisiert Religion und Rassismus und ist am 26. November um 20 Uhr im Stadttheater zu sehen. Ort des Geschehens ist ein Dinner, das in der schicken Upper-East-Side Wohnung von Amir und Emily stattfindet. Der Pakistani Amir ist Anwalt, die Afroamerikanerin Jory seine Konkurrentin in der Firma. Sie begleitet ihren Mann, den jüdischen Kurator Isaac, der sich zuvor Emilys Bilder angesehen hat und ihr an diesem Abend die frohe Nachricht überbringt, dass ihre Werke in seiner nächsten Ausstellung gezeigt werden. Der Abend gehört Emily. Für ganze zwei Minuten. Danach beginnen die Diskussionen um Tradition, Glaube und Fundamentalismus. Wenn Amir erzählt, wie er an Flughäfen angestarrt wird, weil man in ihm immer einen Terroristen vermutet oder Jory sich empört, dass Verschleierung der Frau das Individuum auslösche, fliegen harte Thesen durch die Luft. Und viele von ihnen schweben noch lange im Raum. Nach und nach kommen die (Vor-) Urteile und Weltanschauungen der Das Dinner liefert viel Gesprächsstoff – ein Aufeinandertreffen der Kulturen. Foto: Sabine Haymann vier sehr unterschiedlichen Menschen in den Dialogen zum Vorschein und buchstäblich auf den Tisch. Zwischendurch reicht man Pfeffermühle und Brot hin und her. Als schließlich der Alkohol die Zungen löst, werden die Diskussionen hitziger. Amir begreift nicht, was seine Frau am Islam fasziniert. Er selbst sieht darin eine rückständige Stammes- und Wüstenkultur, die für ihn keine erstrebenswerte Lebensform darstellt. Isaac, der die Argumente Amirs immer wieder beschwichtigt, wird von Emily angeklagt, überall Antisemitismus zu argwöhnen. „Die Auseinandersetzung mit gängigen Klischees über religiöse oder ethnische Zugehörigkeiten bestimmt dieses Stück. Mal subtil und witzig, mal nachdenklich, mal aggressiv – immer geht es darum, die eigene Meinung und Perspektive zu hinterfragen”, heißt es aus dem Stadttheater Minden. Traditionelle afrikanische Klänge mit neuem Leben gefüllt Minden. Mal ist die aus dem ostafrikanischen Malawi stammende Sängerin Malia die pure Verkörperung des coolen Neo-Souljazz, dann wieder gilt sie als Erneuerin einer Gesangstradition von großen Jazz-Diven wie Billie Holiday oder Nina Simone. Am 1. Dezember ist sie um 21 Uhr beim „Konzert des Monats” im Jazz Club Minden zu sehen. „Zudem ist sie eine Musikerin, die traditionelle afrikanische Klänge mit neuem Leben füllt”, so die Organisatoren. Mit großer Leichtigkeit bewegt sich die Kosmopolitin in den Genres Soul, Blues und Jazz. Ihr Debütalbum „Yellow Daffodils“ schaffte es sofort in die Charts. Das Video „Purple Shoes“ wurde zur Legende. 2013 erhält sie den Jazz Echo, und geht 2017 mit der Schweizer Band Yellow auf Tour. „Mit starken Konzertauftritten und mittlerweile sieben Schallplatten hat sich Malia in der Champions League der angesagten Jazzund Souldamen etabliert”, ist man im Jazz Club überzeugt. „Kraft und Lebenshunger vermittelt Malia mit großer Intensität, ihre Konzerte sind sehr eindringlich.” Mehr denn je lotet Malia den emotionalen und spirituellen Tiefgang ihrer Lieder aus. „Das gelingt ihr mit einer wundervollen Leichtigkeit gepaart mit einer herrlich natürlichen Ausstrahlung.” Eintrittskarten gibt es beim „Express” Ticketservice an der Obermarktstraße 26-30 in Minden, Rufnummer (0571) 88277. Kartenreservierungen für die Abendkasse sind möglich unter (0571) 26666 oder im Internet unter www.jazzminden. de. Malia paart den coolen Neo-Souljazz mit der Gesangstradition großer Jazz- Diven. Foto: Roland Taennler


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